29.05.2011 - CUPSIEGER 2011 - SV RIED
13 Jahre nach dem ersten Titel der Vereinsgeschichte hatte die SV Ried am Sonntag,
dem 29.5.2011 erneut die Chance, einen nationalen Titel zu gewinnen. Gegner
war im Wiener Ernst-Happel-Stadion der Zweitligist Austria Lustenau. Man ging
also als vermeintlicher Favorit in das Spiel des Jahres und tat sich zu Beginn
der Partie sichtlich schwer mit dieser Favoritenrolle umzugehen. Schon in den
ersten Minuten der Partie merkte man, dass sich die Vorarlberger keineswegs
mit dem Erreichen des Finales zufrieden geben wollten, sondern auf ihrem Weg
zum möglichen ersten Titel auch noch einen dritten Bundesligisten aus dem
Weg räumen wollten. Der Dritte der abgelaufenen Zweitliga-Saison machte
zu Beginn das Spiel und ließ die SVR kaum zu Chancen kommen. Mit deutlich
mehr Ballbesitz erarbeitete sich die Elf von Edi Stöhr auch die besseren
Möglichkeiten in den ersten 35 Minuten. Bei einem Stangenschuss nach knapp
40 Minuten hatte unsere Mannschaft Riesenglück, denn SVR-Goalie Thomas
Gebauer wäre hier geschlagen gewesen. Nur wenig später dann aber eine
Ecke auf der anderen Seite. Markus Hammerer stieg dabei am höchsten und
traf vor den eigenen Fans per Kopf zum viel umjubelten 1:0. Nur wenige Augeblicke
später hatte Carril dann nach Lexa-Vorlage die Riesenmöglichkeit auf
das vorentscheidende 2:0, doch er traf alleinstehend vor dem Tor nur die Beine
eines heraneilenden Lustenauer Verteidigers. In die Kabinen ging es also mit
einem knappen, zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt verdienten 1:0.
In Halbzeit 2 hatte die SVR dann aber plötzlich deutlich mehr vom Spiel.
Man hatte die anfängliche Nervosität abgelegt und ließ keine
gegnerischen Offensivaktionen mehr zu. Nach 67 Minuten tankte sich Daniel Royer
auf der linken Seite durch und kam auch innerhalb des Sechzehners zum Abschluss.
Der Lustenauer Torhüter konnte den Ball zunächst zwar noch abwehren,
Markus Hammerer war aber auch dieses Mal zur Stelle und staubte per Kopf zum
2:0 ab. Die restliche Spielzeit hatte man das Geschehen auf dem Platz problemlos
im Griff und der Sieg konnte ungefährdet nach Hause gespielt werden.
Für zahlreiche Ried-Fans begann der Finaltag bereits früh morgens.
Eine hervorragend organisierte Busaktion ermöglichte es den Rieder Supportern,
bereits um 8:00 nach Wien aufzubrechen um vor dem Spiel noch genug Zeit zu haben,
sich im Wiener Prater auf die Partie einzustimmen. Rund 40 Busse begannen ihre
Reise in die Bundeshauptstadt also schon 8,5 Stunden vor Spielbeginn. Weitere
rund 60 Busse folgten dann mit einer späteren Abfahrtszeit. Dazu kamen
natürlich noch zahlreiche Rieder, die privat auf dieses Finale reisten.
Nach der Ankunft um ca. 11:15 Uhr machte sich der Großteil der 8:00-Uhr-Busbesatzung
auf den Weg zum "Schweizerhaus" im Wiener Prater. Dieses war dann
innerhalb weniger Minuten fest in schwarz-grüner Hand. Trotz der Anwesenheit
einiger Lustenauer Fans blieb es friedlich und es herrschte bereits zu Mittag
gute Stimmung. Nach und nach folgten immer mehr Leute ins Schweizerhaus, sodass
beim Abmarsch zum Stadion um 14:30 sicher knapp über 2.000 Rieder dabei
waren. Ein in grün-weiß-schwarz gehaltenes Transparent mit der Aufschrift
"Spirit of '98" und dem Rieder Vereinswappen, sowie der alten ÖFB-Cuptrophäe
diente als Marschbanner. Man machte sich also via Prater Hauptallee auf den
Weg zum Happel-Stadion. Gleich zu Beginn wurden einige Bengalische Fackeln eingesetzt,
was die ohnehin gute Stimmung noch weiter aufheizte. Diese für Rieder Verhältnisse
schier unglaubliche Zahl an Marschteilnehmern, insbesondere aber die Zahl der
Supporter sorgte für permanentes Gänsehautgefühl und für
staunende Blicke aus allen Richtungen.
Im Stadion angekommen, wurden die Fanclubtransparente im ersten Rang aufgehängt
und danach gleich noch einige Choreovorbereitungen getroffen. Rechtzeitig zum
Spielbeginn hatten sich die Sektoren C und D in den ersten beiden Rängen
fast gänzlich gefüllt und tausende schwarz-grüne Fahnen waren
in Bewegung. Dazu war ganz vorne im ersten Rang folgende Botschaft zu lesen:
"Royals, Fukushima & Bin Laden - Die Schlagzeilen von morgen werden
unseren Namen tragen". In Sachen Stimmung legte man sofort mit einem "Wir
sind stolz auf unser Ried" los, welches in grandioser Lautstärke durch
das Happel-Oval hallte, welches trotz der recht beachtlichen 14.500 Zuseher
ja immer noch recht leer war. Von den besagten 14.500 dürften wohl knapp
10.000 Fans zur Seite der Rieder zu zählen gewesen sein, denn auch die
Längstribüne (Sektor E) war zu einem beachtlichen Teil mit Riedern
gefüllt. Schon früh in der Partie rauchte es erstmals im Rieder Sektor,
etwas später war dann auch nochmal eine Bengalische Fackel im Einsatz.
Weiters wurde dem ÖFB ein Spruchband mit der Aufschrift: "2 Provinzclubs,
man glaubt es kaum, zerstören 'Wiener Derbytraum'" gewidmet. Es war
ja immerhin doch sehr offensichtlich, dass man mit einem Wiener Derby, oder
zumindest einem Spiel mit Wiener Beteiligung spekulierte, als man das Finale
vorzeitig kurzerhand nach Wien verlegt hatte.
Die Stimmung eigentlich das gesamte Spiel über hervorragend, kaum zu verstehen,
warum man immer wieder zu hören bekommt, im Happel-Oval würde diese
nicht so richtig rüberkommen. Nahezu unbeschreiblich sind die beiden Torjubel,
sowie so mancher Fangesang, die einfach emotional gesehen zu dem wohl geilsten
gehören, was man als Ried-Fan je erleben durfte. Da sei es den Rieder Supportern
auch verziehen, dass die Abwechslung bei den Gesängen nicht immer optimal
war und manches, das ein oder andere Mal öfter angestimmt wurde. Auch das
Feiern mit der Mannschaft nach dem Spiel war ein grandioses Gefühl und
der krönende Abschluss einer tollen Saison.
Auch der Lustenauer Fanszene muss man ein großes Kompliment aussprechen.
Neben den rund 10.000 Riedern und den etwa 1.500 neutralen Besuchern, brachten
sie geschätzte 3.000 Leute ins Happel-Stadion, was aufgrund der großen
Distanz durchaus sehr beachtlich ist. Auch auf der Seite der Vorarlberger gab
es zu Beginn eine nett anzusehende Choreo. Sie brachten eine Zaunfahne mit der
Aufschrift: "Ganz Luschnou ist ausser Rand und Band, heute zeigen wir es
dem ganzen Land". Dazu gabs Folienstäbe in grün und weiß,
sowie einen kleinen Überzieher im Zentrum, samt Vereinslogo und Cup-Pokal.
Auch im Block der Lustenauer war meistens recht viel Bewegung zu erkennen, was
die Lautstärke betrifft, kann man jedoch nicht allzu viel berichten, da
aufgrund des eigenen Supports kaum etwas vom Gegner zu hören war. Insgesamt
aber auch ein guter Auftritt der grün-weißen Lustenauer Fanszene.
Nach der Heimreise im Bus ging es dann noch zügig in die Innenstadt wo
kurze Zeit später die Mannschaft empfangen wurde. (Unsere Gruppe durfte
sich übrigens über einen anderen Bus, samt neuem Busfahrer freuen
- da jener von der Hinfahrt bereits genug von Party im Bus hatte und es sich
nicht zutraute, eine feiernde Meute problemlos zurück ins Innviertel zu
bringen ;-) Schlussendlich gabs eine sehr stimmungsvolle Heimfahrt, jedoch ohne
größere Vorkommnisse)
Die kleine Feier am Rieder Hauptplatz war zwar dann noch ganz nett, wirkliche
Höhepunkte wurden aber nicht mehr geboten. Die tollen Emotionen, die man
beim Feiern mit der Mannschaft noch im Stadion verspürte, kamen hier nicht
so ganz auf. Immerhin konnte man noch einmal zahlreiche Bengalen bestaunen und
die Mannschaft konnte nochmals beim Stemmen des Pokals bejubelt werden. Knapp
2.000 Leute dürften es gewesen sein, die zu später Stunde noch gemeinsam
den Cupsieg feiern wollten.
Danach wurde in diversen Rieder Lokalen (bei denen teilweise die Sperrstunde
aufgehoben wurde) noch lange gefeiert, um dann im Laufe des nächsten Tages
trotz Kopfschmerzen und anderen Beschwerden mit einem verdammt guten Gefühl
aufzustehen.
FORZA SV RIED
FORZA CUPSIEG 2011
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