31.07.2010 - und schon wieder keine Punkte...ASK


Nach dem Auswärtssieg bei Mattersburg schaffte die SVR eine Woche später auch den ersten Heimsieg der Saison und das ausgerechnet im Derby gegen den LASK. Dabei hatte es in einem spielerisch eher schwachen, dafür sehr kampfbetonten Spiel sehr lange nach einer Nullnummer ausgesehen. Insgesamt war die SVR von Beginn an die Mannschaft mit mehr Spielanteilen, jedoch agierte man im Offensivspiel etwas ideenlos. Ungenaue Pässe und Abspielfehler auf beiden Seiten standen auf der Tagesordnung und so war es auch irgendwie klar, dass dieses Spiel wenn überhaupt nur durch eine Standardsituation entschieden werden konnte. Und so kam es dann schlussendlich auch, nachdem Ewald Brenner in Minute 89 einen Freistoß knapp außerhalb des Sechzehners flach verwertete und dem Linzer Torhüter keine Chance ließ. Dieses 1:0 konnte man dann über die Zeit retten und fuhr somit den 2. Sieg im dritten Saisonmatch ein. Damit kann man durchaus von einem recht guten Saisonstart sprechen, womit nach der 0:3-Schlappe im ersten Match ja nicht unbedingt gerechnet werden konnte.

Wie schon vor dem letzten Derby im April, traf man sich auf Rieder Seite auch dieses Mal wieder bereits gegen Mittag am unteren Rieder Hauptplatz, um sich gemeinsam auf das abendliche Match einzustimmen. In den Nachmittagsstunden stießen immer mehr Leute dazu und so marschierten rund 150 Leute knapp 2 Stunden vor Spielbeginn in Richtung Stadion. Dort angekommen wurden noch die letzten Vorbereitungen für die Choreo getroffen. Diese bestand an diesem Abend aus Doppelhaltern in Übergröße, die zusammengesetzt "SV RIED IM INNKREIS" ergaben. Dazu war auf einer Zaunfahne, die nahezu die gesamte West bedeckte "MEINE STADT, MEIN VEREIN - LINZER MÖCHT' ICH KEINER SEIN" zu lesen. Optisch aufgewertet wurde das Ganze noch von zahlreichen grünen Luftballons und Konfetti-Kanonen über die ganze West verteilt. Die zuvor erwähnte Zaunfahne wurde zudem links und rechts auch noch von 2 Logos geschmückt. Auf der einen Seite durfte man das Rieder Stadt- und Vereinswappen in einen Lorbeerkranz gehüllt bewundern, am anderen Ende der Zaunfahne bedeckte ein ausgestreckter Mittelfinger das Wappen des LASK und jenes der Stadt Linz. Zu Beginn der 2. Halbzeit zeigte man den Ärger über eine bestimmte Person der Rieder Behörden. Eine bereits Tage zuvor genehmigte Pyroaktion wurde nämlich schlussendlich sehr kurzfristig mit der Angabe von fadenscheinigen Gründen doch noch abgeblasen bzw. verboten. Ein Spruchband mit dem Wort "PYROKRATENSAU" wurde in den ersten Minuten der 2. Halbzeit zu diesem Thema im Mittelblock hochgehalten.
Stimmungsmäßig durfte man dieses Mal 2 komplett unterschiedliche Halbzeiten miterleben. In Hälfte 1 legte die West einen wirklich imposanten Start hin und konnte mit sehr lautem, großteils auch abwechslungsreichem Support sehr überzeugen. Halbzeit 2 dagegen ein komplettes Kontrastprogramm - plötzlich ständig minutenlange Phasen, in denen überhaupt nichts zu hören war und wenn dann doch einmal gesungen wurde, dann konzentrierte man sich fast ausschließlich auf Anti-LASK-Gesänge, während man die Unterstützung der eigenen Mannschaft ziemlich außer Acht ließ. Der späte Torjubel sorgte dann aber natürlich noch einmal für ordentlichen Schwung in der Nachspielzeit. 7.600 Zuschauer sorgten für ein quasi ausverkauftes Haus im ersten OÖ-Derby der Saison.

Der Gästesektor war zwar auch an diesem Abend wieder gut gefüllt, so richtig gesteckt voll wie in den letzten Duellen gegen den LASK war er aber dieses Mal nicht. 500-600 Linzer waren aber insgesamt wohl doch im Stadion anwesend. Die obligatorische Linzer Zettelchoreo wurde sehnlichst erwartet, fiel aber an diesem Abend leider doch aus. Dies kam sehr überraschend, da man aus dem schwarz-weißen Linz in den letzten Derbys ja nie was anderes gesehen hatte. Auf optische Mittel wurde dieses Mal jedoch scheinbar generell verzichtet. Einzig die üblichen Doppelhalter mit "Bauern"-Thematik und 2 Mal der Einsatz von Pyrotechnik brachten etwas Farbe in den Gästeblock. Stimmungsmäßig war in Halbzeit 1 nicht sonderlich viel los, dafür müssen sich die Linzer in Hälfte 2 keinen Vorwurf machen. In dieser Phase konnte man die schlechte Performance der Rieder Westtribüne ausnützen und einige Gesänge relativ laut vortragen. Auch auf dieser Seite beschränkte man sich jedoch großteils auf das Beschimpfen bzw. Verschmähen des Gegner. Insgesamt also ein optisch schwacher, akustisch bestenfalls durchschnittlicher Auftritt der Linzer Fanszene. Da hatten die Linzer schon besseres zu bieten in den letzten Duellen.

Alles in Allem also ein über weite Strecken nicht sonderlich aufregendes Derby mit einem dafür umso emotionaleren Ende. Mit Sicherheit aber ein sehr wichtiger Sieg vor den beiden sehr schwierigen Auswärtsspielen gegen die Wiener Austria und Wr. Neustadt, die ja beide in den ersten beiden Runden das Punktemaximum erreichen konnten und sich nun in dieser 3. Runde noch gegenüber stehen werden.


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